| Kurzer Überblick über den bisherigen Verlauf unseres Kampfes gegen Stadionverbote |
| Die stadionverbotsbedingte Leidensphase der UF begann schon mit dem Auswärtsspiel in Ahlen im April 2005, wo es nach einem äußerst fragwürdigen Polizeieinsatz zu dutzenden Stadionverboten kam. Dies war die erste Bekanntschaft der Frankfurter Ultraszene mit einer Massenbestrafung durch den staatlichen Repressionsapparat, die Stadionverbote zur Folge hatte, an denen man diesmal kurzfristig absolut nichts ändern konnte.
Als Reaktion darauf entwickelten wir eine konzeptuelle Ausarbeitung über eine mögliche lokale Einführung eines Bewährungssystems für Stadionverbotler. Hier wurden einem schnell die Grenzen aufgezeigt, da der Eintracht durch die existierenden DFL-Richtlinien die Hände gebunden waren, auch wenn man sich aufgeschlossen und verständnisvoll zeigte. Gelähmt durch kaum vorhandene bzw. nicht erkennbare konkrete Fortschritte, schlief diese ganze Initiative ein. Erst als im folgenden Jahr zwei weitere Wellen von Stadionverboten aus Köln und Gelsenkirchen unsere Fanszene erreichten, kam wieder mehr Bewegung in den Kampf gegen die Stadionverbote. Wir erinnerten erneut an das bereits vorgelegte Konzept, welches nun auch auf deutlich mehr Anklang in der restlichen Frankfurter Fanszene stieß, so dass im gemeinschaftlichen Diskurs auf Basis unserer damaligen Ausarbeitung das Positionspapier entstand. Maßgeblich beteiligt war hier insbesondere die Fanabteilung, so wie auch das Fansprechergremium und die Eintracht. Es wurde nun ein Dokument erschaffen, was konkrete, juristisch geprüfte Vorschläge zur Neuformulierung der Stadionverbotsrichtlinien enthielt. Ein großer Schritt nach vorne war getan. Gleichzeitig mit anderen Aktionen, die unseren Kampf gegen die Stadionverbote unterstrichen (hier sind u.a. Stimmungsboykott, eine Vielzahl an Spruchbändern, eine Unterschriften-Sammelaktion der Droogs sowie als Höhepunkt der Boykott der ersten Halbzeit beim Spiel gegen Bielefeld im November 2006, an dem sich ca. 3000 Fans beteiligten, zu nennen) erlangte das Positionspapier nun bundesweite Bekanntheit und erreichte so u.a. über Sportsoziologen und andere Wege auch den DFB. Dieses Dokument war nicht die erste Bekanntschaft, die der DFB mit der Unzufriedenheit der Fans über die Stadionverbotsrichtlinien machte. Man sah sich dort aber nun endlich zum Handeln gezwungen und berief einen sogenannten Fankongress ein, der im Juni 2007 in Leipzig stattfand. Dort gab es einige vielversprechende Ankündigungen der verantwortlichen Stellen beim DFB. Aber bis eine real existierende Verbesserung eintritt, wird wohl noch viel Wasser den Main hinunter fließen. Man wird ob der Zusicherungen des DFB den Kampf gegen Stadionverbote nicht vernachlässigen, sondern mit gleicher Intensität weiter versuchen, Veränderungen herbeizuführen. Denn eins muss uns bewusst sein: Die Gefahr von Stadionverboten schwebt nach wie vor wie ein Damoklesschwert über der Frankfurter Fanszene. Dies zeigen aktuelle Stadionverbotswellen, die bspw. die roten Münchener als auch die Schalker Fanszene betreffen, wo es wie bei unserem Beispiel zu Verboten kam, die ganze Gruppen von Verdächtigen vom Stadionbesuch ausschloss. Fest steht: Die Auseinandersetzung mit dem Thema der Stadionverbote bleibt nach wie vor bestehen und wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Wir hoffen, dass die Arbeit der verschiedensten Fan-Institutionen irgendwann Früchte tragen wird. Und zwar Früchte in Form von handfesten, konkreten Verbesserungen, die einfach sozialer, verhältnismäßiger und gerechter sind. Wer an weiteren Informationen interessiert ist, der kann nachfolgend die angesprochenen Dokumente und Mitteilungen betrachten und detaillierte Einblicke in den damaligen Umgang mit der Thematik erhalten. Hier die wichtigsten Dateien zum Download und Verweise zu Internetseiten: Downloads: Aktuelle Richtlinien | Positionspapier | Konzept "SV auf Bewährung" Links: Online-Reader der Droogs | BAFF | Pro Fans | Unsere Kurve |
| 07.07.2007: Stadionrückkehr |
| Nachdem wir zu Saisonbeginn die schwere, aber rückwirkend betrachtet richtige, Entscheidung getroffen haben, den Profispielen von Eintracht Frankfurt als Gruppe Ultras Frankfurt fernzubleiben, können wir nun guten Gewissens und voller Stolz zu unserem 10.Geburtstag verkünden, dass wir ab der nächsten Saison wieder im Stadion vertreten sein werden.
Grund für die damalige Entscheidung waren an die 100 neue Stadionverbote binnen kürzester Zeit, die zu einem erheblichen Teil Mitglieder unserer Gruppe betrafen, wodurch wir weder imstande, noch gewillt waren, das "Alltagsgeschäft" im Stadion mehr schlecht als recht weiterzuführen. Unser Standort verlagerte sich an den Riederwald, zur 2.Mannschaft unserer Eintracht, wo wir nach einer kurzen Phase auch problemlos empfangen wurden, und dort sowohl unvergessliche Dinge erlebt haben, als auch Erfahrungen sammeln konnten, die uns als Gruppe sehr weitergebracht haben. Deshalb auch an dieser Stelle ein Dank an die Funktionäre, mit denen es möglich war, ein sehr unkompliziertes Verhältnis aufzubauen, und ein Dank an die Mannschaft, welcher anzumerken war, dass sie unsere Unterstützung zu schätzen wusste. Daher werden wir auch weiterhin, soweit möglich, die U23 begleiten und unterstützen. Nun aber wollen wir in die Zukunft blicken. Auch wenn man als Ultra', beziehungsweise als aktiver und kritischer Fan überhaupt, in der Bundesliga laufend mit Problemen konfrontiert wird, die den Kompromiss zwischen Idealen und Realität oftmals sehr schwer machen, möchten wir ab der kommenden Saison mit vollem Elan ins Waldstadion zurückkehren. Die Bedingungen, die wir uns selbst und anderen gestellt haben, um eine Rückkehr zu ermöglichen, wurden mittlerweile erfüllt. Die Stadionverbote aus Köln sind schon längere Zeit aufgehoben, die Aufhebung einiger - nicht aller - Stadionverbote aus Schalke kam kurz vor Saisonende, und das Verhältnis zu den Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt hat sich merklich gebessert, so dass eine Basis zur Zusammenarbeit gegeben ist. Konkret sei hier anzumerken, dass unserer Forderung, das Konzept zur Veränderung der Stadionverbotsrichtlinien vor DFB/DFL zu unterstützen, nachgekommen und somit ein klares Zeichen dafür gesetzt wurde, dass durchaus Verständnis für unsere Belange vorhanden ist. Unsere ganze Anstrengung als Gruppe wird also von nun an wieder der Profimannschaft gelten, und es wird unser Anspruch sein, der Nordwestkurve neues Leben einzuhauchen und sowohl optische, als auch akustische Akzente zu setzen, die das fortführen, was sich in den vergangenen 10 Jahren sowohl innerhalb unserer Gruppe, als auch in der gesamten Frankfurter Fanszene, erst auf der altehrwürdigen Gegentribüne und mittlerweile in der Nordwestkurve, entwickelt hat. 10 Jahre Lebenstraum - UF97 |
| 23.06.2007: Übergabe der Unterschriftenliste |
| Am vergangenen Samstag haben wir im Beisein der Presse die gesammelten Unterschriften aus der Kampagne gegen die derzeitigen SV-Vergabepraktiken und die aktuellen DFB-Richtlinien an den DFB übergeben. Die Aktion war ein voller Erfolg, bundesweit wurden weit über 16.000 Unterschriften gesammelt, allein in Frankfurt etwa 8.500. Ein deutliches Zeichen, dass sich in der Richtlinienproblematik etwas bewegen muss.
Im Rahmen der Übergabe erläuterten wir zunächst die Motivation und den Ablauf der Aktion. Im weiteren Verlauf haben wir anhand konkreter Beispiele und der "schwammigen" Passagen in den aktuellen Richtlinien die Probleme aufgezeigt, mit denen grundsätzlich alle Fußballfans konfrontiert sind. Unter anderem haben wir auch die Ohnmacht eines Betroffenen geschildert, dessen Verfahren nach §153 eingestellt wurde, sein SV aufzuheben. Und auch die lange Dauer des Aufhebungsprozesses generell gerügt. Auch in der Kritik stand die Vergabe von SV die an Spieltagen für Kleindelikte fernab jedes Stadions erteilt werden. Herr Spahn, Sicherheitsbeauftragter des DFB, nahm die Unterschriften entgegen und stimmte zu, dass sich ausgehend von der jetzigen Situation etwas ändern müsse. Er sei, so Spahn, in den meisten Punkten der gleichen Meinung, wie die Vertreter der Aktion und appellierte an die Vereine, ihrer Verantwortung besser gerecht zu werden. An zwei Punkten werde der DFB aber auf jeden Fall festhalten, dass sei zum einen die Vergabe von SV bei Drittplatzdelikten und zum anderen das Nichteinstellen von SV nach Verfahrensende gemäß §153. Bei den Drittplatzdelikten führte Herr Spahn Rechtliche Gründe an, man müsse um sich vor etwaigen Regressforderungen zu schützen, den betroffenen ein SV erteilen. Er räumte allerdings ein, dass es sich dabei nicht kollektiv um bundesweite SV für fünf Jahre handeln müsse, sondern um solche, die in Art und Umfang der Situation angemessen sein sollten. Bezüglich der Verfahrenseinstellung wegen "geringer Schuld" (§153), sei, so Spahn, eben nicht die Unschuld des Betroffenen, sondern die "geringe Schuld" festgestellt worden. Demnach sei dieser auch mit SV zu belegen. Auch hier, so Spahn weiter, sei nicht generell ein SV für fünf Jahre obligat, es sei wichtig, dass Verfehlung und SV in einem angemessenen Verhältnis stünden. Die Missstände, auf die wir gemeinsam mit aktiven Fans aus Berlin, Bremen, München, Nürnberg, Reutlingen, Aachen und Plauen aufmerksam gemacht haben, sind auch Thema auf dem DFB-Fankongress. Wir wünschen uns, dass im Interesse der aktiven Fans, möglichst viele unsere Forderungen umgesetzt werden und auch das Reformkonzept aus der Frankfurter Fanszene in die neu zu formulierenden Richtlinien mit einfließen. Ein großes Dankeschön, geht an alle, die im vergangenen Dreivierteljahr, die Unterschriftenaktion unterstützt und umgesetzt haben. Das gilt für alle beteiligten Gruppen und Fanszenen gleichermaßen und in Frankfurt ganz besonders an die Gruppen und Gremien, die uns Unterstützt haben, die fleißigen Sammler sowie die deutschlandweit in Summe fleißigsten Unterschreiber. Wir bedanken uns auch für die freundliche Zusammenarbeit mit dem DFB und die Unterstützung unseres Vereins, Eintracht Frankfurt. |
| 09.11.2006: Antwort zur Gegendarstellung der AG |
| Die Eintracht Frankfurt Fussball AG, in Form der Fanbetreuung und Herrn Beeck, fordert dazu auf, die geplante Solidaritätsaktion der Fanszene gegen unberechtigte Stadionverbote und die Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote, nicht zu unterstützen.
Es heißt dort wörtlich, dass „unsere Eintrachtfans“ sich vom „Vorhaben der Ultras“ distanzieren mögen. Die geplante Solidaritätsaktion ist aber mitnichten nur eine Aktion von Ultras Frankfurt, sondern der Anstoß dazu kam vielmehr von Fanclubs, Einzelpersonen und im offiziellen Forum von Eintracht Frankfurt. Die Eintracht Frankfurt Fussball AG versucht damit offenbar, die Fanszene zu spalten, vor allem, da ja auch das Fansprechergremium eine ähnlichlautende Mitteilung herausgab. Auch der pathetische Hinweis, die Mannschaft brauche die Unterstützung unbedingt, ist fehl am Platz. Wer sich ernsthaft Gedanken über die Situation macht, kommt zu dem Schluss, dass es darum geht die bisher so hochgelobte Stimmung in Frankfurt auf lange Zeit zu wahren und einem Aussterben der Fankultur entgegenzutreten, wozu Proteste gegen die aktuellen Vergabepraktiken für Stadionverbote unabdingbar sind. Fakt ist, dass durch die, in ihre Ausmaßen vollkommen unangemessene, Vergabepraktik von Stadionverboten der Fankultur extremer Schaden zugefügt wird, was auf lange Sicht der Mannschaft und dem Verein wesentlich mehr schaden wird, als die 45 Minuten im Spiel gegen Bielefeld am Samstag. Zum Einsatz der AG bezüglich Stadionverboten/Unterstützung der Fans: Die Behauptung, so gut wie alle in Ahlen verhängten Stadionverbote seien gerechtfertigt, ist irrsinnig, wenn man den Polizeieinsatz bei diesem Spiel berücksichtigt. Ebenso ist es abstrus, im konkreten Fall Schalke, zu behaupten, ein Busfahrer könne bei 50 Mitfahrern genau einordnen, wann, wo und zu welchem Zwecke eine Person den Bus verlassen habe. Zum Beispiel Köln ist nur zu sagen, dass die Einstellungen der Ermittlungsverfahren bereits seit einiger Zeit feststehen, die dortige Staatsanwaltschaft die Bescheide allerdings noch nicht zugesendet hatte, da diese anscheinend erst noch der Polizei übermittelt wurden. Auch müssen Einstellungsbescheide in keinster Weise bei der Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt vorgelegt werden, sondern beim zuständigen Bearbeiter beim 1.FC Köln. Dies wird in der Stellungnahme der Eintracht Frankfurt Fussball AG ja auch erneut unterstrichen, die Aufforderung zur Einstellung erging definitiv seitens der Betroffenen an den 1.FC Köln, dort wurde aber erstmal, mit Hinweis auf anderslautende Gerichtsurteile, verzögert. Die angekündigte Aufhebung der Stadionverbote einzig und allein als Verdienst der Fanbetreuung zu nennen, entbehrt jedweder Grundlage, da sich die Betroffenen, entgegen den Behauptungen in der Mitteilung von Eintracht Frankfurt, auch mit juristischem Beistand, fortwährend um eine Aufhebung bemühten. Wenn einzelne Betroffene sich allerdings an die Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt wendeten, kam keinerlei Resonanz, so dass man nun, auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit, eben „auf eigene Faust“ weiter agierte. Der Vorwurf der Untätigkeit der Betroffenen ist also schlicht und einfach eine Unwahrheit. Interessanterweise geht man in der Stellungnahme aber nicht auf das Beispiel Burghausen ein, welches ebenso in der Mitteilung von Ultras Frankfurt zu finden war. Zum Bewährungssystem: Die neuerdings in den Richtlinien enthaltene Möglichkeit einer Bewährung, welche aktuell aber in nur sehr wenigen Fällen Anwendung findet, ist nur ein kleiner Schritt zur Verbesserung der Richtlinien. Das von Ultras Frankfurt ausgearbeiteten Konzept ist aber weitaus tiefgreifender und enthält vielfältige Optionen, dieses Konzept damit abzutun, man habe ja jetzt die Möglichkeit nach der Hälfte der Zeit eine Bewährung zu erhalten, wird der Sache nicht gerecht, schließlich beträgt diese Zeit auch teilweise annähernd 3 Jahre. An dieser Stelle darf die Bemühung um gerechtere Vergabepraktiken für Stadionverbote also definitiv nicht enden! Allgemein: Dass die Eintracht Frankfurt Fussball AG jetzt plötzlich die Aufhebung einiger Stadionverbote ankündigt und sich zur Problematik äußert, ist durchaus interessant, und zeigt, dass die angekündigte Solidaritätsaktion bereits jetzt schon Wirkung erzielt. Die Problematik der Stadionverbote ist allerdings nicht einzig und allein an den genannten Beispielen festzumachen. Durch die aktuellen Vergabepraktiken für Stadionverbote, gegen die wir protestieren möchten, droht jederzeit die Gefahr weiterer unberechtigter Stadionverbote! Daher ist es, selbst wenn es in der nächsten Zeit zu der Aufhebung einiger unberechtigter Stadionverbote kommt, immer noch wichtig, den Protest durchzuziehen. Die anberaumte Fanvertreterversammlung wird von Ultras Frankfurt nicht besucht werden, da die Vorgehensweise der AG/Fanbetreuung, uns erst massiv anzugreifen und dann aber umgehend Gespräche zu wünschen, kein guter Stil ist. Wir sind aber sehr gerne dazu bereit, nach dem Boykott am Samstag die Gespräche mit dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG aufzunehmen. Traurig ist auch, dass man scheinbar so wenig kritikfähig ist, dass am letzten Spieltag bereits Ordner in den Block geschickt wurden, um (möglicherweise unliebsame) Spruchbänder zu beschlagnahmen, was zumindest vermuten lässt, dass derartiges auch am Samstag geschehen kann. Wir rufen alle Fans von Eintracht Frankfurt, denen etwas an der lebendigen und mündigen Frankfurter Fankultur, die sich in den letzten 10 Jahren hier entwickelt hat, liegt, dazu auf, nun erst recht an der anberaumten Solidaritätsaktion teilzunehmen, um mit verstärktem Zusammenhalt zu demonstrieren, dass die, scheinbar erhoffte, Spaltung der Fanszene nicht eintreten wird. GEGEN UNBERECHTIGTE STADIONVERBOTE! GEGEN DIE VERGABEPRAKTIKEN FÜR BUNDESWEITE STADIONVERBOTE! GEGEN REPRESSION VON VERBAND UND POLIZEI! GEMEINSAM FÜR FRANKFURT! |
| 03.11.2006: Solidaritätsaktion gegen Bielefeld |
| - Gegen unberechtigte Stadionverbote -
- Gegen die Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote - Hallo Eintrachtfans, Besonders in der letzten Zeit (Schalke & Köln), doch auch schon in der Vergangenheit (Ahlen), kam es bekanntlich zu, teilweise sehr zweifelhaften, Stadionverboten gegen Mitglieder der Eintracht Fanszene. Damit werden, zum Großteil 15 – 22 jährige, junge Eintracht Fans mitunter für die nächsten 5,5 Jahre willkürlich ausgesperrt. Insbesondere diese Leute waren es, die in mühevoller Arbeit die letzten großartigen Choreographien gegen Bielefeld und beim Pokalendspiel in Berlin vorbereitet haben, für die unsere Fanszene ein weiteres Mal Respekt in ganz Deutschland erntete. Natürlich muss man sich eingestehen, dass auch Leute zu Recht mit einem Stadionverbot belegt wurden,hier stellt sich jedoch die Frage der Verhältnismäßigkeit in Bezug auf die Länge des Stadionverbotes. Außerdem liegt das Problem in den Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote. Ein Stadionverbot erteilt der gastgebende Verein bereits bei der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Solch ein Verfahren kann sich lange Zeit hinziehen, und selbst wenn es mit der Einstellung endet, wird das Stadionverbot nicht zwangsläufig aufgehoben, im aktuellen Fall weigert man sich sogar, tadionverbote aufzuheben, obwohl die zugehörigen Verfahren nach Paragraphen eingestellt wurden, die, laut Richtlinien, zu einer Aufhebung verpflichten. Ein, von Ultras Frankfurt erarbeitetes Bewährungssystem, welches, u.a., gemeinnützige Arbeiten, beispielsweise am Riederwald, vorsah, wurde bereits der Eintracht Frankfurt Fußball AG im Jahre 2005 vorgelegt, jene versprach, damit bei der DFL vorzusprechen, das Konzept geriet dort aber scheinbar doch so schnell wieder in Vergessenheit, das man nie wieder etwas zu diesem Thema hörte. Das erarbeitete Konzept kann unter www.uf-jugend.de nachgelesen werden! Insbesondere angeregt durch viele Stimmen im offiziellen Eintrachtforum, welche Aktionen gegen diese Ungerechtigkeiten forderten, möchten die Ultras Frankfurt an dieser Stelle alle Eintracht Fans dazu aufrufen, das Stadion gegen Arminia Bielefeld die ersten 45 Minuten des Spiels nicht zu betreten, und die 1.Halbzeit draußen mit den Stadionverbotlern zu verbringen. Natürlich soll niemand gezwungen werden, dem Aufruf zu folgen, allerdings hoffen wir auf eine rege Beteiligung der gesamten Fanszene, als ein Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität, und als ein Zeichen gegen die immer heftiger werdenden Repressionen, von Verband und Polizei, gegenüber Fans, mit denen nicht nur Ultras Frankfurt zu kämpfen hat, sondern ultraorientierte und normale Fussballfans überall. Für die ersten 45 Minuten des Spiels am 11.11.2006 gegen Arminia Bielefeld ist ein gesammelter Treffpunkt vor der Wintersporthalle, sowie am Parkplatz Gleisdreieck vorgesehen. Vor allem möchten wir den Sektor 40B frei halten, um damit zu symbolisieren, dass der Kurve durch Stadionverbote und Repressionen das Herz herausgerissen wird. Alle Fans in der Nordwestkurve bitten wir also, dass sie, wenn sie das Spiel verfolgen möchten, zumindest auf die benachbarten Blöcke ausweichen. Wir freuen uns auch über jeden anderen, egal ob Oberrang, Gegentribüne, Ostkurve oder Haupttribüne, der sich der Aktion anschließen möchte, und zusammen mit uns die 1.Halbzeit vor dem Stadion verbringt. In der 2.Halbzeit soll dann selbstverständlich versucht werden, der Mannschaft die Unterstützung zu geben, so dass man auch dort den Unterschied bemerkt. Sinn und Zweck dieser Aktion soll nicht sein, die Mannschaft in irgendeiner Form „im Stich“ zu lassen, sondern die Probleme mit denen wir alle Wochenende für Wochenende zu kämpfen haben, durch diese Form des Protestes aufzuzeigen. Wenn es solche Aktionen nicht gibt, bzw. diese keine Resonanz finden, wird die Stimmung langfristig leiden, was der Mannschaft mehr schaden wird, als 45 Minuten gegen Bielefeld vor einer spärlich gefüllten Kurve. Wir möchten mit diesem Protest auch dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG signalisieren, dass es notwendig ist, sich für die Fans einzusetzen. Diese Unterstützung hat auch in der Vergangenheit (Stichwort: Vorfälle nach dem Aufstiegsspiel gegen Burghausen!) oft gefehlt, obwohl immer wieder betont wurde, wie toll und wichtig die Fans seien. Wir fordern die Eintracht Frankfurt Fussball AG auf, sich nicht weiter hinter den DFL-Richtlinien zu verstecken! Fans sind kein unmündiges Stimmungsvieh! Wir werden auch die Mannschaft über die geplante Aktion informieren und hoffen auf Verständnis! Gemeinsam gegen willkürliche Stadionverbote und Repressionen!! Ultras Frankfurt 1997 |
| 25.10.2006: Oktober '06: Aktuelle Situation der UF |
| Wie die meisten von Euch sicher mitbekommen haben, musste unsere Gruppe in den letzten Wochen einige Rückschläge einstecken. Darunter war nicht nur eine große Menge neu ausgestellter Stadionverbote für viele Mitglieder des harten Kerns von Ultras Frankfurt – noch schwerwiegender als dies war die Fanbeiratsitzung ein paar Tage nach dem Schalke-Auswärtsspiel. Äußerungen von Herrn Bruchhagen und Herrn Pröckl, wonach sie den Ultras, die aktuell mit einem Stadionverbot belegt wurden, absprechen, Fan von Eintracht Frankfurt zu sein, und zudem sagten, dass man solche Leute nicht im Kreis der Eintrachtfans benötigte, haben eine Lethargie innerhalb des Kerns der Ultras ausgelöst, die einem kompletten Bruch mit der Eintracht Frankfurt Fussball AG zur Folge haben kann, sofern es die nächste Zeit nicht eine letzte Annäherung gibt, bei der man die Situation zu entspannen versucht. Bei den Betroffenen Personen handelt es sich zum Großteil um jene Leute, die noch vor kurzer Zeit Unmengen an Zeit und Geld geopfert hatten um u.A. für das Pokal-Halbfinale gegen Bielefeld oder das Finale in Berlin einen würdigen Rahmen in Form von riesigen Choreographien zu erschaffen.
Wir sind durchaus bereit, auch in unserem Verhalten Fehler einzuräumen, und Selbstreflexion zu üben, nicht aber zur völligen Aufgabe unsere Gruppenideale nur um der Eintrachtfangemeinschaft beiwohnen zu dürfen. Nach langem Überlegen sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass die Ultras Frankfurt 1997 vorerst im Stadion nicht mehr als Gruppe aktiv sein werden. Das heißt nicht, dass keine Mitglieder der Gruppe, oder Untergruppen, die dem Kollektiv Ultras Frankfurt angehören, im Stadion präsent sind, Ultras Frankfurt 1997 gibt aber vorerst jegliche Verantwortung als Verband der Ultra’-orientierten Gruppen in Frankfurt, die bisher getragen wurde, auf. Die Stadionverbote die es am Anfang der Saison gab, gründen im Wesentlichen auf 2 Vorfällen. Zum einen erhielten über 30 Personen, die beim Ligaspiel in Köln (März 2006) vor dem Spiel in der Innenstadt festgenommen wurden ein Stadionverbot über 3,5 Jahre, wenngleich selbst die Polizei einräumte, dass es nur zu „kleineren Sachbeschädigungen“ kam, welche nicht zwingend von eben dieser Personengruppe gekommen sein müssen, da sich noch zahlreiche andere Kleingruppen in unmittelbarer Umgebung durch die Innenstadt bewegten. Die zugehörigen Ermittlungsverfahren wurden deshalb logischerweise auch bereits eingestellt, der Zuständige beim 1.FC Köln weigert sich aber derzeit noch, die Verbote aufzuheben, wozu er laut Stadionverbot-Richtlinie allerdings „angehalten“ ist, da die Einstellung nach § 170 II (Einstellung mangels Tatverdacht) erfolgte. Begründet wird dies damit, dass man es zunächst mit der Polizei abwägen möchte, und es bereits Urteile gäbe, die Ermessenspielraum gewährleisten würden. Der 2.Vorfall war am Saisonanfang in Gelsenkirchen, wo nahezu ein gesamter Bus mit Stadionverbot belegt wurde, auch Personen, die sich während dem Geschehen im Bus befanden. Zugegeben ist in der Vergangenheit, auch von unserer Seite, nicht alles glücklich gelaufen, diese Stadionverbote sind aber ohne Frage nicht akzeptabel. In der aktuellen Situation sind wir als Gruppe weder willens, noch fähig, so weiterzumachen, wie bisher. Daher wird es natürlich auch vorerst keine Choreographien im Waldstadion geben, die Ultras Frankfurt–Zaunfahne wird nicht mehr hängen, symbolisch hängt stattdessen eine schwarze Fahne, und die Zaunfahnen der Gruppen und Fanclubs, die sich solidarisieren, werden weiterhin falsch herum aufgehängt werden. Als Gruppe werden wir stattdessen bei der 2.Mannschaft am Riederwald auftreten, wo die Führung des e.V.’s uns auch, soweit möglich, alle Freiheiten einräumt. Dort möchten wir allen Fans, die willens sind, etwas anderes als den Bundesligaalltag zu erleben, eine Alternative bieten, und gleichzeitig auch den Stadionverbotlern zeigen, dass sie nicht alleine gelassen werden. Bereits 2005, als nach den Vorfällen in Ahlen ein Konzept für „Stadionverbot auf Bewährung“ erarbeitet wurde, um auch hier, wie im normalen Rechtswesen üblich, den Leuten die Möglichkeit zu bieten, ihr Verhalten zu überdenken und nicht aufgrund eines Vorfalls, der möglicherweise nicht mal vor Gericht zu einer Verurteilung kam, ihr soziales Umfeld, zumindest was das Stadion angeht, zu verlieren. Dieses Konzept sah auch, analog zur deutschen Gesetzgebung, fußballspezifische Sozialleistungen als „Bewährungsauflage“ vor, käme also auch den Vereinen zugute. Dieses Konzept wurde dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG vorgelegt, welche versprach, damit auch bei der DFL vorzusprechen. Seitdem ist nichts geschehen. Dieser Text soll nur zur Information dienen und ist nicht als endgültige Entscheidung zu sehen. Wir bitten die komplette Fanszene um Nachsicht, da wir momentan an einer Lösung der Situation arbeiten, aber noch nicht wissen, wie das ganze ausgehen wird. Gebt uns bitte die Zeit, über uns selbst und über die Gesamtsituation nachzudenken! Ultras Frankfurt 1997, Oktober 2006 |
| 22.10.2006: Polizeiaktion vor dem U23-Spiel in Steinbach |
| Nach den Vorkommnissen in Vellmar kam es beim Spiel der Eintracht U23 in Steinbach abermals zu einem unerklärlichen Polizeieinsatz.
16 Personen, teilweise mit, teilweise ohne Stadionverbot, traten am 21.10. die Reise nach Steinbach per Zug an, um dort, trotz des zeitgleichen Heimspiels der Profis, die 2.Mannschaft von Eintracht Frankfurt zu unterstützen, und wurden zum Teil bereits am Frankfurter Hauptbahnhof von Zivilpolizisten kontrolliert. Bei der Ankunft in Gießen, wo man in den Bus zum Sportplatz umsteigen wollte, warteten bereits abgezählte 30 Polizeibeamte, teils mit Hunden, auf dem Gleis, und hinderten die Zugfahrer am Verlassen des Bahnhofs. Auf mehrmaliges Nachfragen wurde als Grund „Präventivmaßnahme“ und „Gefahrenabwehr“ genannt. Eine Personenkontrolle, natürlich inklusive Fotos, welche sich über knapp 45 Minuten hinzog, wurde veranlasst. Während jener Zeit wurde im Gespräch mit den Beamten deutlich, dass jene scheinbar selbst nicht wussten, weshalb sie nun dort waren. So wurde u.a. berichtet, der „Sicherheitsbeauftragte aus Frankfurt“ habe veranlasst, dass Personen mit Stadionverbot in Steinbach keinen Zutritt hätten. Diese Aussage entsprach offenkundig nicht der Wahrheit, denn nachdem der Beamte aufgeklärt wurde, dass jener in Steinbach in keinster Weise das Hausrecht habe, erklärte ein anderer Beamter uns, dass es doch logisch sei, dass Personen mit Stadionverbot in Steinbach nicht ins Stadion dürften. Diesem wurde dann erklärt, dass dies in der Oberliga keinesfalls so deutlich geklärt sei, worauf jener mit einem: „Ach, das ist Oberliga?“ reagierte. Zu guter Letzt kam es dann, wie schon beim Spiel in Vellmar, zu einer Lüge seitens der Beamten, als jene verkündeten, der 1.Vorsitzende vom FSV Steinbach habe soeben erklärt, er werde keine Personen mit Stadionverbot im Stadion dulden. Jene Beamten erklärten dann schließlich, dass man sich nun wieder „frei bewegen“ dürfe, da ja keine gültigen Haftbefehle vorlägen, und boten den nächsten Zug nach Frankfurt als Option an, da der Bus nach Steinbach ja nun leider schon abgefahren sei. Dies wurde ausgeschlagen und man kontaktierte Personen vor Ort, welche das Gespräch mit dem Vorstand vom FSV Steinbach suchten. Wie bereits der Zuständige in Vellmar, erklärte der dortige Vorstand, er habe die Aussagen, welche die Polizei verbreitete, nie getätigt, und man sei willkommen, solange alles friedlich bliebe. Ihm gegenüber hatte die Polizei scheinbar von gewaltsuchenden Hooligans gesprochen, die sich auf der Anreise befänden. Als ca. in der 35.Minute der Sportplatz erreicht wurde kam es auch zu keinerlei Problemen und die Mannschaft wurde in der 2.Halbzeit ohne jegliche negative Vorkommnisse von ca. 40-50 Anhängern unterstützt. Die Polizei sah sich aber dennoch bemüßigt über fast die gesamte Zeit hinweg Fotos zu schießen. Auch wenn es, im Gegensatz zu Vellmar, zu keinerlei Festnahmen oder Platzverboten kam, ist diese Aktion absolut unnötig und ein Unding, wenn man in Betracht zieht, dass es während der vergangenen 11 Spiele, in denen die 2.Mannschaft von Ultras Frankfurt kontinuierlich unterstütz wurde, zu keinerlei Vorfällen kam, welche Schiedsrichter, Polizei oder der gastgebende Verein beanstandeten. Auch auf der Zugfahrt nach Steinbach gab es natürlich keine Vorkommnisse, die Anlass zu einem solchen Einsatz gegeben hätten, nicht einmal Lappalien wie „Schwarzfahren“ könnten den Betroffenen zur Last gelegt werden. Es ist also evident, dass jene Aktionen der Polizei, außer der Schikanierung von Fans, keinerlei Nutzen haben und für den Staat überdies auch nicht eben günstig sein dürften. Schluss mit der Schikane! Ultras Frankfurt 1997, Oktober 2006 |
| 09.09.2006: Vorkomnisse beim U23-Spiel in Vellmar |
| Pressemitteilung bezüglich der Vorfälle bei der Anreise zum Spiel OSC Vellmar – SG Eintracht Frankfurt U23 am 09.09.2006 Am Samstag, den 09.09. 2006, machten sich ca. 60 Fans von Eintracht Frankfurt auf den Weg nach Vellmar, um dort die zweite Mannschaft ihres Vereins zu unterstützen. Ein Teil dieser Anhänger hat bundesweites Stadionverbot. Unter anderem aus diesem Grund fuhr man parallel zum Spiel der Profimannschaft der Eintracht in Siegen vorzugsweise nach Vellmar, da auch laut Wortlaut des an sie gegangen Stadionverbotsschreibens die Stadionverbote in der Oberliga Hessen im Prinzip keine Gültigkeit besitzen sondern nur von Liga 1 bis Liga 3 (alle DFB/DFL-Veranstaltungen). Die Oberliga Hessen untersteht dem Hessischen Fußball Verband, somit ist das bundesweite Stadionverbot hier nicht pauschal gültig. Es wurden im Vorfeld fast alle Spiele der U23, heim wie auswärts besucht, wo es zu keinerlei Vorfällen gekommen war. Die Anreise erfolgte dabei diesmal per Bahn mit einer vorab veröffentlichten Verbindung. Der Polizei war somit bereits im Voraus bekannt, dass einige Fans zu diesem Spiel reisen werden, diese wurden dann auch durch Beamte der Bundespolizei begleitet. Die Fahrt verlief ohne Störungen bis Kassel - Wilhelmshöhe, wo die Gruppe umsteigen musste, um zum Bahnhof Vellmar zu gelangen. Bereits hier wurde die Abfahrt des Zuges durch die Polizei verzögert, bis Verstärkung eintraf. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Es gab keinerlei erwähnenswerte Vorfälle, nicht im Geringsten. Im Kasseler Hauptbahnhof stiegen dann weitere Polizisten zu, unter anderem eine Beweis- und Festnahmeeinheit. Dies kündigten nun an, eine Personalienkontrolle durchzuführen. Dazu wurde die Gruppe am nächsten Umsteigebahnhof, Espenau - Mönchehof, aus dem Zug befördert und am Bahnhof festgehalten. Hier erhielt man die Auskunft des so genannten „Communicators“ der Polizei, dass, wenn man sich kooperativ verhalte, diese Kontrolle schnell vonstatten gehen würde und Personen ohne Stadionverbot das Spiel noch sehen könnten. Dies war nachbetrachtend Lüge Nummer 1. Als Begründung wurde angeführt, dass der Verein OSC Vellmar ein Hausverbot gegenüber Personen mit Stadionverbot ausgesprochen habe. Alle Personen wurden videographiert, also per Videokamera wurden Gesicht und Körper genau festgehalten, und rabiat durchsucht. Dabei wurden Leute durch einige Polizisten mit Ausdrücken wie „[...]unterste soziale Schicht[...]“, „[...]Abschaum[...]“ oder „[...]Gesocks[...]“ bedacht. Diese Maßnahme zog sich dann, entgegen der Ankündigung der Polizei, über einen Zeitraum von ca. 1,5 Stunden hin, sodass es jedem Eintracht-Fan, ob mit Stadionverbot oder nicht, schon hier unmöglich gemacht wurde, das Spiel zu verfolgen. Nach dem Hinweis auf diesen Umstand wurde den Fans erklärt, man würde nach Beendigung der Kontrolle in einem Zug nach Frankfurt begleitet werden. Es wurde allen Anwesenden noch zusätzlich Platzverbot für den Raum Kassel/Vellmar ausgesprochen. Nachdem dann alle Personen kontrolliert wurden, kam es durch die Polizei zu Lüge Nummer 2. Es wurden einige Personen aufgerufen, die sich laut Ankündigung "[...]um die Ecke[...]" ihren Personalausweis abholen sollten, da für sie die Personenkontrolle beendet sei. Nachdem diese Personen dem Aufruf gefolgt waren, wurden sie hinter das Gebäude geführt. Hier wartete allerdings mitnichten ihr Ausweis, sondern ein Gefangentransporter, der die Fans zum Polizeipräsidium Kassel brachte, um sie dort noch länger in einer Zelle festzuhalten. Dies geschah, ohne dass es den restlichen Fans möglich war, die Szenerie zu beobachten. Auch hier wurde wieder kein Unterschied zwischen Personen mit Stadionverbot und Personen ohne Stadionverbot gemacht. Eine weitere Schikane leistete sich die Polizei, indem sie einen unsererseits hinzu gerufenen Anwalt, der bereits in Vellmar weilte, nicht zu seinem Mandanten ließ sondern auch ihm ein Platzverbot erteilte. Später wurden dann alle Personen wieder in den Zug nach Frankfurt gesetzt. Sie hatten bis hierhin niemanden beleidigt, nichts beschädigt oder sich sonst in irgendeiner nicht vertretbaren Weise verhalten. Allein ihre Anreise zu einem Oberliga-Spiel nach Vellmar genügte der Polizei, diese Fans über Stunden hinweg festzuhalten und zusätzlich auch noch einige, anscheinend willkürlich ausgewählte, Personen in Gewahrsam zu nehmen. Auch dem Gastgeberverein ging einiges an Einnahmen verloren. Und sei es "nur" das Geld für 60 Eintrittskarten, 60 Getränke und 60 Würste. Die oben beschriebene Maßnahme empfinden wir als nicht hinnehmbar, zumal Recherchen und Anfragen beim gastgebenden Verein, dem OSC Vellmar, ergaben, dass der OSC Vellmar NICHT im Vorfeld von seinem Hausrecht gebraucht machte, um mit Stadionverbot belegten Fans den Eintritt zu verwehren, sondern ganz im Gegenteil erst während des Spiels von der Polizeiaktion erfuhr. Der Versuch, Fans den Eintritt zum Spiel zu verwehren, das sie rechtlich problemlos besuchen durften, ging also rein von der Polizei aus. Es kann nicht sein, dass das Bemühen von Fans mit Stadionverbot, sich weiter für ihren Verein zu engagieren, und die zweite Mannschaft lautstark und kreativ zu unterstützen, so torpediert wird. Wer auch immer diesen Leuten die Absicht unterstellt, in der Oberliga Hessen allgemein oder in Vellmar speziell, für negative Schlagzeilen sorgen zu wollen, muss völlig weltfremd sein. Umso trauriger stellt sich für uns die Tatsache dar, dass auch nach der WM weiterhin gezielt versucht wird, gewisse Fantypen loszuwerden und diese strategisch zu attackieren. Ultras Frankfurt, September 2006 |
| 19.08.2006: Stadionverbote aus Köln |
| Die Sommerpause ist rum und das Jahr #1 nach der WM startet mit einer Hiobsbotschaft: In den letzten Tagen flatterten für einige Leute aus unseren Reihen 3,5-Jährige Stadionverbote ein für einen Vorfall beim letzten Auswärtsspiel in Köln. Eine Gruppe von ca. 150 Personen entzog sich an einer U-Bahn Station der polizeilichen Aufsicht und wollte zu Fuß zum Stadion gehen. Auf dem Weg wurden angeblich von Einzelnen der Personengruppe, welche sich inzwischen schon stark in die Länge gezogen hatte, Sachbeschädigungen begangen. In einer Fußgängerzone wurden später ca. 30 Personen von der Polizei eingekesselt und während dem Spiel in Gewahrsam gehalten. Genau diese Personen bekommen jetzt Stadionverbot, ausgestellt vom 1. FC Köln, dessen Stadion diese Leute an diesem Tag nicht mal zu Gesicht bekamen. Fakt ist, dass wir uns mit allen Mitteln dagegen wehren werden. NIEMALS AUFGEBEN! |
| 24.11.2005: Supportboykott November 2005 |
| Beim Spiel unserer SGE gegen Stuttgart am Sonntag findet ein 15-minütiger Supportboykott statt.
Dieser Boykott richtet sich in erster Linie gegen die ständigen Repressionen, denen wir Fußballfans Spieltag für Spieltag ausgesetzt sind, sowie die damit verbundene Kriminalisierung gegen Fans. Diese Aktion ist nicht nur auf Frankfurt beschränkt, sondern findet an diesem Spieltag bundesweit statt, d.h. die meisten Fan/Ultrá-Gruppen in Deutschland beteiligen sich an dem Boykott. Auch unsere Gäste aus Stuttgart arbeiten diesbezüglich mit uns zusammen und werden ebenfalls die erste Viertel Stunde schweigen, um gemeinsam mit uns zu zeigen, dass wir die ständigen Fehlbehandlungen durch die Polizei oder durch Ordner im und außerhalb des Stadions, mehr als satt haben. Dieser Boykott richtet sich auch gegen unsinnige, und für uns Fans nicht mehr nachvollziehbare Maßnahmen, wie begrenzte Fahnenstocklängen, Megaphon- und Fahnenverbot etc, also alles was uns in unserer kreativen Freiheit als Fans einschränkt. Gerade wir Eintracht Fans haben in letzter Zeit viele Erfahrungen mit Repressionen und Drangsalierungen machen müssen. Seien es die Vorfälle in Sachsenhausen oder Ahlen, die zur Genüge diskutiert wurden oder einfach auch die simple Tatsache, dass die Polizei in Wolfsburg ohne jeden Grund in unseren Block einmarschiert ist. Wir fordern, wie im Gespräch von Innenminister Schily angeregt, eine Ombudsstelle für Fußballfans, an die sie sich wenden können, wenn sie Probleme mit Stadionverboten oder Repression haben, also eine Anlaufstelle, die dem Fan in allen Rechtsbelangen hilft. Diese Stelle sollte unabhängig sein, d.h. sie sollte beim KOS (Koordinationsstelle Fanprojekte)untergebracht sein und nicht, wie jetzt leider vorgeschlagen wurde, bei dem WM-OK oder dem DFB liegen, dies wäre nämlich alles andere als unabhängig. Wir hoffen, mit dem Supportboykott und entsprechenden Spruchbändern darauf aufmerksam machen zu können, dass wir Fans diese Ombudsstelle wollen und können auch ein wenig Druck auf die Verantwortlichen ausüben, diese Stelle und die damit verbundenen Aufgaben auch ernst zu nehmen. Wir bitten euch um Verständnis für diesen Supportboykott und hoffen, dass ihr euch alle daran beteiligt und dass es die ersten 15 Minuten im Stadion ruhig bleibt. Danach können wir dann alle unsere Eintracht wieder wie gewöhnlich anfeuern! Es wird zusätzlich ein großes Spruchband geben, sowie einzelne optische Elemente, die unsere Kurve „in Ketten“, beraubt ihrer Freiheit, darstellen. Es gab zwar bei uns schon öfters Boykotte, aufgrund diverser Situationen, dieses mal hoffen wir aber auf mehr Durchschlagskraft, wenn sich (fast) alle Kurven in Deutschland beteiligen und füreinander in dieser Sache einstehen. Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen! Ein Zeichen gegen Polizei- und Ordnerwillkür, gegen sinnlose Verbote, gegen das „mundtot-machen“ aktiver, kritischer Fans und ein Zeichen für freie Fankurven, die kreativ und kritisch ihr Fandasein in den verschiedensten Formen ausleben können sollen, sowie ein Zeichen, die geforderte Ombudsstelle endlich unabhängig einzurichten.. Pro Selbstbestimmung, für eine geschlossene Szene, FÜR FANKULTUR!. Ultras Frankfurt, 22.11.2005 |